Verfasst von: immerweiter | Oktober 30, 2009

Eine Frage der Perspektive

.. oder… die heiteren Auswirkungen einer Sanierung des Hauses in dem ich wohne.
Vor einigen Tagen hatte ich diesen Freibad Flashback beim Duschen, jetzt sind seit einiger Zeit die Fenster von außen verhängt, weil das Haus verputzt wird. „Fenster verhängt“ bedeutet, von außen wurde eine, am Anfang noch durchsichtige, Folie angebracht.
Im Laufe der Tage, der Verputzarbeiten und des Temperaturwechsels hat sich die Situation insoweit verändert, als die Folie nicht mehr ohne weiteres durchsichtig ist. Gestern morgen beim Aufwachen dachte ich, oh mein Gott, das ist aber heut diesig…nach ein paar Sekunden, registriere ich dann wieder die Folie.
Nun, wie gesagt, Temperaturschwankungen, was zur Folge hatte, dass diese Folie sich auch noch beschlagen hat. Was mir dann nur die Schlußfolgerung erlaubte: ich lebe in einem Gewächshaus.:-).. im besten Fall wachsen und gedeihen :-)

Verfasst von: immerweiter | Oktober 18, 2009

Menschliche Umgangsformen

Hm, also, ich habe einen Pflegedienst gebucht, der mich morgens und abends in Form einer weiblichen Mitarbeiterin besucht.
Manchmal bin ich allein, manchmal sind wir zu zweit.
Die jeweilige Pflegetante, die sehr oft wechselt, ist in der Regel ausnahmslos sehr sehr höflich und freundlich und begrüßt uns beide eventuell mit Handschlag, wenn wir denn zu zweit sind uns beide.
Und bekanntermaßen ist doch keine Regel ohne Ausnahme.

Eine der Damen nämlich, sie hat schon gleich mal einen interessanten Namen – unter Berücksichtigung des Datenschutzes nennen wir sie mal, etwa auf bayrisch Juanita Oberhuber-Hintermaier.
Also sie, Juanita, ist firm und weiß in pflegerischer Hinsicht genau was sie tut, weiß viel und es vor allem gerne besser und gerne auch belehrend.
Und, sie, Juanita kommt rein und handelt und verschwendet keinerlei Aufmerksamkeit oder Höflichkeit auf uns zwei Menschchen, maximal auf mich als Auftraggeberin der Pflege, aber meine Freundin schaut sie, auf schwäbisch gesprochen, mit dem A.. nicht an.

Ist nicht sehr nett, oder ?

Nun, um den Umgang zu ändern, ohne sie direkt drauf anzusprechen, ohne sie „anzugreifen“, weil sie sicher einen Grund dafür hat, so zu sein, und außerdem ihr Bestes gibt, plante ich, ihre eine goldene Brücke zu bauen. Habe aber meine Planungen nicht bis ins Unendliche fortgesetzt und dann geschah folgendes:

Sie kommt abends, wir sind zu zweit.
Sobald ich sie sehe, will mein Plan sich umsetzen, und es schießt aus mir raus:
„Frau Oberhuber-Hintermaier, darf ich Ihnen meine Freundin vorstellen, das ist die Frau Tante, Frau Tante, das ist die Frau Oberhuber-Hintermaier.“
Juanita ist sehr überrascht, schaut und sagt: „Wieso ? Ich kenne sie doch.“

Und ich, die ich DAMIT NICHT gerechnet hatte und hätte, war sprachlos. Klar, ich hätte sagen können: wieso grüßen Sie sie dann nicht ? Aber, damit hätte ich ja wieder gekämpft und außerdem fiel es mir nicht ein, ich war geschockt. :-)

Aber, gut. Sie ging dann wieder und im besten Fall wundert sie sich über mich, über die Aussage, oder über was auch immer und denkt vielleicht drüber nach. Vielleicht spielt das Leben für mich und sie fragt sich warum? Oder mich ?

Ich werde es erleben. Beim nächsten Mal.
Eventuell auch nichts. Entweder ändert es sich, oder es bleibt, wie es ist.

Jedenfalls habe ich etwas unternommen. Ob es effektiv war, stellt sich noch raus.
Ein Experiment mit Menschen unter Berücksichtigung meiner eigenen Verantwortung für die Situation.
Ein Versuch sie zu einem anderen Verhalten zu bringen, indem ich an mir etwas ändere.

To be continued…

Verfasst von: immerweiter | Oktober 9, 2009

Nochmal die Franzosen

Als Deutscher ist man an Deiner Seite… an einer ?
Der Franzose ist a tes cotes… an beiden ? :-)

Verfasst von: immerweiter | Oktober 9, 2009

Aus aktuellem Anlaß

Wenn du in Baden-Württemberg wohnst und arbeitest und aufgrund einer Behinderung Probleme mit deiner Arbeit bekommst, wenn du also z.B. von jetzt auf gleich auf einen Rollstuhl angewiesen bist und alles, wie z.B. Autofahren nicht mehr so einfach und selbstverständlich ist, wurde mir als sehr hilfreiche öffentliche Stelle der Integrationsfachdienst des Kommunalen Versorgungsverbands für Jugend und Soziales bekannt.

Für Adresse bitte hier schauen
kvjs.de

Verfasst von: immerweiter | Oktober 7, 2009

Wahrsagen…

Meine Frau bringt gestern zum Frühstück frische Brezeln mit.
Meine Brezel liegt vor mir, ich schaue sie an, fühle sie, schneide sie auf und frage: sag mal, hat es geregnet ?!?
Überrascht sagt sie: Ja :-) woher weißt du ?!?

Ich kann WAHR sagen aus einer Brezel :-)

Verfasst von: immerweiter | Oktober 2, 2009

Wie tragisch, dass ich kein Idiot bin…

Das Lied des Idioten

Sie hindern mich nicht, sie lassen mich gehn.
Sie sagen es könne nichts geschehn.
Wie gut.
Es kann nichts geschehn. Alles kommt und kreist
immerfort um den heiligen Geist,
um den gewissen Geist (du weißt) -,
wie gut.

Nein man muß wirklich nicht meinen es sei
irgend eine Gefahr dabei.
Da ist freilich das Blut.
Das Blut ist das Schwerste. Das Blut ist schwer.
Manchmal glaub ich, ich kann nicht mehr -
(Wie gut.)

Ah was ist das für ein schöner Ball;
rot und rund wie ein Überall.
Gut, daß ihr ihn erschuft.
Ob der wohl kommt wenn man ruft ?

Wie sich das alles seltsam benimmt,
ineinandertreibt, auseinanderschwimmt;
freundlich, ein wenig unbestimmt.
Wie gut.

Rainer Maria Rilke

…vielleicht bin ich aber doch einer, oder könnte zumindest noch einer werden…

Verfasst von: immerweiter | Oktober 1, 2009

Die wundersame Welt des menschlichen Geistes

Ich hatte vorher eine sehr schöne Erfahrung nach dem Duschen.
Als Hintergrund möchte ich einiges erwähnen.
Ich bin zur Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen und wohne in einem Haus, das zur Zeit saniert wird und deshalb von einem Baugerüst umgeben ist.
Mein Badezimmer hat Tageslicht und keine Vorhänge, deshalb ist zur Zeit der Rolladen runter, weil ja draußen viel Betrieb ist.
Vorher also, trocknete ich mich ab, das Fenster war gekippt. Von draußen kamen Geräusche regsamer Betriebsamkeit, Schritte auf Holzboden, Stimmen, frische Luft…
Da hatte ich plötzlich die Idee, das erinnert mich an eine lang vergangene Zeit und den Besuch des Freibades. Für den Moment fühlte ich mich in der Umkleidekabine sitzen, hinter mir erholsame, erheiternde, spaßig verlebte Stunden in der öffentlichen Badeanstalt. Segensreiche Erinnerung mit emotionaler Reaktion verfügbar.
Das Leben ist schön. Ich bin eine Blume.

Verfasst von: immerweiter | September 29, 2009

Zwei deutsche Wörter

Ich denke da an die harrypotterischen „unverzeihlichen“ Flüche und an das seit geraumer Zeit erst bekannte „unkaputtbar“.

Was unkaputtbar ist, kann nicht kaputt gemacht werden.
Ist das so ? Gibt es irgendetwas, das tatsächlich nicht kaputtgemacht werden kann ?
Ich glaube nicht, der Zahn der Zeit kriegt letztendlich alles klein.

Was unverzeihlich ist, kann also nicht verziehen werden.
Nicht verzeihen bedeutet in anderen Worten zu sagen :“Du hst mir was angetan!“
Man zeigt also mit ausgestrecktem Zeigefinger auf jemand anderen. (Man setze es in die Praxis um und benutze seinen einen Zeigefinger, man werde dann feststellen, dass dabei unweigerlich drei (!) Finger auf einen selbst zeigen.)
Liebe bindet, Hass und Wut und Zorn und Vorwürfe genauso.
Unverzeihliche Flüche machen mausetot.
Nicht zu verzeihen ist genauso ungesund.

Verfasst von: immerweiter | September 29, 2009

stadtbahn in bäd wildbäd

in bäd wildbäd fährt die stadtbahn im wahrsten sinne des wortes MITTEN durch den ort.

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von der außenbestuhlung des cafe winklers könnte man sie, wenn man todesmutig wäre, praktisch berühren, die stadtbahn.

Verfasst von: immerweiter | September 16, 2009

Unterschiede zwischen den sprachlichen Welten(D und F)

Der Franzose an sich scheint Suppen genauso zu lieben wie Menschen .
J’aime la soupe oder Je t’aime.

Der Deutsche pflegt fein säuberlich zu differenzieren:
Ich mag Suppen.
Dich Mensch hab ich lieb oder liebe ich sogar.

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